Patrick Lo Giudice – ‘AFRIKA’ – 05.05. bis 10.06.2012 – Kölner Galerie 30works

Mit ihrer neuen Ausstellung entführt die Kölner Galerie 30works in die magische Welt Afrikas. In eine Welt, die es so nicht mehr gibt und die der Schweizer Künstler Patrick Lo Giudice mit seinen virtuosen enkaustischen Interpretationen zu neuem Leben erweckt. Im spannungsreichen Dialog mit seiner Hommage an den Schwarzen Kontinent ist eine Auswahl traditioneller afrikanischer Kunst zu sehen. Die Schau eröffnet am 5. Mai 2012 um 20 Uhr mit einer Vernissage.

LELE-Kuba Maske, Congo

LELE-Kuba Maske, Congo – courtesy of 30works Galerie

Seit einigen Jahren schon sorgt Patrick Lo Giudice mit seiner Feuermalerei international für Aufsehen. Bekannt wurde er vor allem durch seine verstörenden Mafia-Bilder, den „Lo Giudice Code“, für den er Fotografien berühmter Mafiamorde als Vorlage nutzte.

„Malen“ mit Wachs

Anknüpfend an die antike Technik der Enkaustik hat der Schweizer Künstler ein malerisches Verfahren entwickelt, bei dem die Pigmente in Wachs eingeschlossen werden wie Insekten in Bernstein. Die sich überlagernden und durchdringenden Wachsschichten verleihen seinen Arbeiten einen faszinierenden tiefenräumlichen Effekt. Zugleich verfremden sie das Ausgangsmaterial und fügen ihm unerwartete Bedeutungsebenen hinzu. „Durch die ‚Vernebelung’ der Fotografien mit meiner Wachstechnik kommen ganz neue Dimensionen zum Vorschein. Die diffusen Wachsschichten schaffen nur scheinbar Unklarheit. Sie lenken den Blick vielmehr auf die inneren, zentralen Bildinhalte“, sagt Patrick Lo Giudice.

Patrick Lo Giudice – Bakongo, Enkaustik auf Holz

Patrick Lo Giudice – Bakongo, Enkaustik auf Holz- courtesy of 30works Galerie- courtesy of 30works Galerie

Das gilt auch für die Arbeiten seines „Afrika“-Zyklus, in deren Mittelpunkt Kult, Magie und Spiritualität stehen. Nicht zufällig hat sich der passionierte Sammler dem Schwarzen Kontinent zugewandt: Die afrikanische Kunst ist für ihn „die Wiege der modernen Kunst überhaupt“.

Fenster zu einer untergegangenen Welt

Für seine Afrika-Serie arbeitete er mit Schwarz-Weiß-Fotografien von Walter Othmar Schicker aus den 1940er-Jahren. Sie zeigen Rituale, Körperkulte und Notable verschiedener afrikanischer Ethnien. Tänzer und Musiker, Könige und Opferpriester mit auffälligem Haarschmuck, exotischen Masken und aufwändigen Körperbemalungen. Es sind intime, eindringliche Porträts einer vergangenen Kultur, die Patrick Lo Giudice mit seinen enkaustischen Interpretationen virtuos zu neuem Leben erweckt. „Ich öffne mit meinen Arbeiten ein Fenster zu einer untergegangenen Welt. Mit meinen Wachsbildern bewahre ich ein Stück jenes Afrikas, das es so nicht mehr gibt“, sagt der Künstler.

Patrick Lo Giudice – Watutsi Ritual, Enkaustik auf Holz,

Patrick Lo Giudice – Watutsi Ritual, Enkaustik auf Holz – courtesy of 30works Galerie

Mit sparsam gesetzten roten Akzenten und den durch das weiße Wachs verschleierten schwarzen Konturen der Bildmotive entfernt sich Patrick Lo Giudice vom rein dokumentarischen Inhalt der Fotografien und dringt zu den dahinter liegenden Geheimnissen einer archaischen Vergangenheit vor. Gekonnt schlägt sein Afrika-Zyklus so eine Brücke von den Ursprüngen zur zeitgenössischen Kunst.

Feuermalerei und traditionelle afrikanische Kunst im Dialog

In spannungsreichem Dialog mit Patrick Lo Giudices Hommage an die Menschen des Schwarzen Kontinents präsentiert 30works traditionelle afrikanische Kunst wie Handtrommeln, kostbare Schmuckstücke, Prunkwaffen, königliche Masken, zeremonielle Sitzmöbel und rituelle Figuren. Es sind authentische Kult- und Gebrauchsgegenstände, die durch ihre Formenvielfalt und Funktionalität faszinieren.

Patrick Lo Giudice – AFRIKA
Vernissage: 05.05.2012, 20 Uhr
Ausstellung: 05.05. bis 10.06.2012
Öffnungszeiten: Di – Fr 15-19 Uhr, Sa 11-17 Uhr sowie nach Vereinbarung.
Mehr Infos: 30works.de

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