Ausstellung im Neuen Museum Nürnberg: Helmut Jahn – Process / Progress | Rainer Viertlböck – Photography

Zum ersten Mal in Deutschland widmet sich eine Ausstellung (30. November 2012 bis 24. Februar 2013) dem Werk des deutsch-amerikanischen Architekten Helmut Jahn. Mit seinen Entwürfen für spektakuläre Monumentalbauten, für seine Flughäfen, Hochhäuser und Wolkenkratzer erlangte er hohes internationales Renommee.

Die Arbeit von Helmut Jahn orientiert sich an der klassischen Moderne und ist charakterisiert durch Klarheit und Funktionalität. Auch in Hinblick auf ökologische Fragestellungen und den Aspekt „Ingenieurskunst“ prägt Helmut Jahn seit über 30 Jahren mit seinen wegweisenden Glas-Stahl-Konstruktionen und unverwechselbaren Bauwerken das Bild der Stadt und des öffentlichen Raumes.

Bildergalerie:Helmut Jahn – Architektur

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Helmut Jahn wurde 1940 in Zirndorf bei Nürnberg geboren und übersiedelte 1966 nach Chicago, wo er Bekanntschaft mit Ludwig Mies van der Rohe’s Schülern machte. Bereits 1967 wurde er Mitarbeiter in dessen renommiertem Büro C.F. Murphy & Associates, wo er bald Direktor für Planung und Design und schließlich Inhaber wurde. Seit 1981 firmiert das Unternehmen als Murphy/Jahn.

Helmut Jahn ist weltweit tätig, etwa in Europa, USA, China, Thailand oder Arabien; sein Oeuvre umfasst Bauaufgaben wie Flughäfen, Bahnhöfe, Bibliotheken, Justizgebäude, Hotels, Schulen, Sportstadien oder Bauten für Wirtschaftsunternehmen und Messen. Zu seinen Arbeiten in Deutschland gehören unter anderen der Messeturm in Frankfurt (1988-1991) und das Sony Center am Potsdamer Platz in Berlin (1995-2000), Gebäude des Flughafens München (1994, 1999) und Köln/Bonn (2000), der Post-Tower in Bonn (2000-2002), die „Highlight Towers“ in München (2002-2004) und das Hochhaus „Sign!“ im Düsseldorfer Medienhafen (2010).

Internationale Aufträge umfassen unter anderem das State of Illinois Center (Thompson Center) in Chicago (1979-1983), „Charlemagne“ für die Europäische Union in Brüssel (1997-1998), das Shanghai New International Expo Centre in Shanghai (2000- 2004), den Flughafen Bangkok-Suvarnabhumi (2002-2005), und das Forschungs- und Verwaltungszentrum Merck Serono in Genf (2003-2007).

Mansueto Library, Chicago, 2005-2011 Foto: Rainer Viertlböck © Murphy/Jahn

Für Nürnberg hat Helmut Jahn 1991 einen Entwurf für die Bebauung des Augustinerhofs entwickelt, der nach intensiven Debatten innerhalb der Stadt nicht realisiert wurde.

Diese Ausstellung im Neuen Museum entsteht erneut in Kooperation mit der Neuen Sammlung – The International Design Museum Munich – sowie in enger inhaltlicher Zusammenarbeit mit Helmut Jahn, der auch für die Ausstellungsgestaltung verantwortlich zeichnet.

Die gestalterische Haltung von Helmut Jahn, seine Bauten, aber auch der Entstehungsprozess architektonischer Ideen wird mit Hilfe von Zeichnungen, dreidimensionalen Modellen und fotografischen Aufnahmen vermittelt – ein umfassender, verschiedenste Medien und Ebenen verbindender Einblick in die Ikonografien und Themen dieses vielfältigen Oeuvres.

So besitzt etwa das Medium der Zeichnung für Helmut Jahn bis heute höchsten Stellenwert; er zeichnet selbst nach wie vor alle Projekte mit der Hand, von der ersten Ideenskizze bis zum fertigen Entwurf. Für seine Architekturmodelle wählte Jahn als Material meist Plexiglas, dessen Transparenz besondere Konzentration auf Form und Umriss der Bauten erlaubt.

Für Ausstellungsbesucher und die Rezeption des Themas Architektur spielt die Fotografie seit eh und je eine zentrale Rolle als Vermittlerin der realen Bauten. Die Fotografien der Ausstellung stammen von Rainer Viertlböck. Seit 2004 arbeiten Helmut Jahn und der aus Gauting bei München stammende Fotograf eng zusammen. Beginnend im Jahre 2007 hat Rainer Viertlböck weltweit alle Bauwerke von Helmut Jahn neu aufgenommen. Der Fotograf entwickelt eine visuelle Sprache, die die Bauwerke und Ideenwelt Jahns ideal darstellt, im Kern trifft und zugleich als autonome Bildfindung Bestand hat.

Begleitend zur Ausstellung erscheint eine umfangreiche Publikation über das architektonische Werk von Helmut Jahn mit Fotografien von Rainer Viertlböck und mit einer Biographie von Franz Schulze (Arnoldsche Art Publishers).

Quelle: nmn.de

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