ALBERT WATSON: ‘VISIONS FEAT. COTTON MADE IN AFRICA’ 14.09.2012 – 6.01.2013

Albert Watson hat sich in den vergangenen Jahrzehnten einen Namen als einer der erfolgreichsten Mode- und Werbefotografen der Welt gemacht. Facettenreichtum und Vielseitigkeit zeichnen den in Schottland geborenen und in New York lebenden Fotografen aus. Mit seinem Namen verbindet man ungewöhnliche und kraftvolle Porträts u.a. von Naomi Campbell, Mick Jagger oder Alfred Hitchcock, die sich gerade durch raffinierte Komposition und Lichtführung auszeichnen.

Albert Watson: Mick Jagger, Los Angeles, 1992 © Albert Watson

Albert Watson: Mick Jagger, Los Angeles, 1992 © Albert Watson

In letzter Zeit wurden Arbeiten von Watson häufig in einer Zusammenstellung genreübergreifender, großformatigen Exponaten präsentiert, die seine Philosophie der Vielseitigkeit unterstreichen sollten.

Die Ausstellung VISIONS FEAT. COTTON MADE IN AFRICA, die vom 14. September 2012 bis 6. Januar 2013 in Kooperation mit der Aid by Trade-Stiftung im Haus der Photographie in den Deichtorhallen zu sehen sein wird, versucht eine neue kuratorische Annäherung an das Gesamtwerk von Albert Watson. Die Ausstellung besteht aus zwei Teilen: Herzstück sind die im Dezember 2011 in Benin exklusiv entstandenen Fotografien Albert Watsons. Sie zeigen die mit der Initiative Cotton made in Africa verbundenen Kleinbauern und ihre Lebenswelten, um die soziale Wirkung der Initiative zu verbildlichen. Cotton made in Africa ist eine Initiative der Aid by Trade-Stiftung, die Hilfe zur Selbsthilfe durch Handel leistet. Ziel der Initiative ist es, die Lebensbedingungen afrikanischer Kleinbauern nachhaltig zu verbessern. Dafür baut sie eine Allianz internationaler Textilunternehmen auf, die die von afrikanischen Kleinbauern nachhaltig erzeugte Baumwolle für den Weltmarkt einkaufen und weiterverarbeiten. Die Baumwollbauern profitieren zudem durch Schulungen und Sozialprojekte von der Zusammenarbeit.

Tanguita, Benin, 2011. © Albert Watson

Tanguita, Benin, 2011. © Albert Watson

Neben den aktuellen fotografischen Ergebnissen seiner Reise durch Benin werden in verschiedenen Räumen die frühen Werkgruppen vorwiegend als kleinformatige Vintage-Abzüge, die Watson selbst in der Dunkelkammer angefertigt hat, gezeigt. Hier wird in der Präsentation besonders Wert auf das Prozesshafte in seiner Fotografie gelegt, was durch nie gezeigte Polaroids, Kontaktbögen und Entwurfsskizzen unterstützt wird. So entsteht ein aktiver Dialog des Betrachters mit Watsons künstlerischer Strategie und Bandbreite unterschiedlicher Genres, ohne die Zugehörigkeit der Werkgruppen aus den Augen zu verlieren.

Albert Watson: Breaunna, Las Vegas Hilton, 2001 © Albert Watson

Albert Watson: Breaunna, Las Vegas Hilton, 2001 © Albert Watson

Fashion und Lifestyle werden neben eindringlichen und energiegeladenen Landschafts- und Porträtaufnahmen sowie Stillleben aus Marokko, Las Vegas und der Welt der beninischen Baumwollbauern in der außergewöhnlichen Architektur des Hauses der Photographie auf neue Weise zusammengebracht.

Cotton made in Africa School, Benin, 2011 © Albert Watson

Cotton made in Africa School, Benin, 2011 © Albert Watson

Die Initialzündung zur Ausstellung bleiben aber Watsons eindrucksvolle Afrikabilder. Diese respektvollen fotografischen Annährungen erzählen die Geschichten der Kleinbauern – den Menschen, die die Initiative Cotton made in Africa und ihre Arbeit ausmachen. Watsons Momentaufnahmen sind Wirklichkeitssplitter aus dem Leben der afrikanischen Baumwollbauern, stille Beobachtungen, die den Betrachter mit auf die Reise durch Benin nehmen.

Peuhl Festival, Benin, 2011 © Albert Watson

Peuhl Festival, Benin, 2011 © Albert Watson

ALBERT WATSON

Seit vier Jahrzehnten zählt Watson zu den weltweit herausragendsten Fotografen. Mit seinem unnachahmlichen, grafischen Stil kreierte er zahlreiche Fotos für Zeitschriften wie Vogue, GQ und Rolling Stone, ebenso wie erfolgreiche Werbekampagnen für große Unternehmen. Einen Teil seiner Zeit investiert der Fotograf auch in eigene Projekte und dokumentiert in eindrucksvollen Bildern seine Reisen und Interessen, von Marrakesch bis Las Vegas. Viele dieser Arbeiten, über seine berühmten Starporträts und Fashionfotografien hinaus, wurden weltweit ausgestellt. Die „Bibel“ der Fotoindustrie, Photo District
News, nannte Albert Watson einen der 20 einflussreichsten Fotografen aller Zeiten.

Albert Watson: A Motel, Freenont street, Las Vegas, 2001 © Albert Watson

Albert Watson: A Motel, Freenont street, Las Vegas, 2001 © Albert Watson

Albert Watson wurde 1942 in Schottland geboren und studierte Grafikdesign in Dundee, gefolgt von einem Filmstudium am London Royal College of Art in den späten 1960er Jahren. Nach dem Umzug in die USA im Jahr 1970, erhielt er schnell die Chance, seinen Lebensunterhalt mit der Fotografie zu verdienen.

Bis zum Anfang der 1990er Jahre war Watson vor allem bekannt für seine Modefotografien von Supermodels wie Kate Moss und Naomi Campbell, ebenso wie für seine Kampagnen für Labels wie Prada oder Chanel. Mit seinen bahnrechenden Fotos von Persönlichkeiten wie David Bowie, Sade, Jack Nicholson und Mike Tyson legte er die Messlatte für Porträtfotografie hoch und stilisierte sich selbst zu einer Ikone in diesem Genre.
Bis heute hat er in mehr als 200 Werbefilmen Regie geführt, hunderte Titelbilder für Hochglanzmagazine fotografiert (alleine 100 für die Vogue) sowie Filmplakate (z.B. »Kill Bill« und »The Da-Vinci Code«) gestaltet.

Neben mehreren Ausstellungsbeteiligungen in den wichtigen Galerien und Museen der Welt (z.B. Metropolitan Museum of Arts in New York und die National Portrait Gallery in London), war Watsons Werk seit 2004 auch in mehreren Einzelausstellungen in Europa zu sehen. Im Laufe seiner Karriere veröffentlichte er außerdem sechs Bücher, darunter das preisgekrönte Buchdebüt »Cyclops« (1994), »Maroc« (1998) und in jüngerer Zeit »UFO« (2010) sowie »Strip Search« (2010).

Quelle: deichtorhallen.de