“4 Künstler — 4 Räume”: LehmbruckMuseum Duisburg stellt Arbeiten von Feldmann, Götz, Piene und Ruthenbeck aus

Hans-Peter Feldmann (*1941), Karl Otto Götz (*1914), Otto Piene (*1928) und Reiner Ruthenbeck (*1937) – vier Künstler, deren Namen für eigenständige skulpturale Positionen stehen. Das LehmbruckMuseum widmet nun jedem dieser Künstler einen eigenen Raum und fasst diese unter dem Titel “4 Künstler – 4 Räume / Geschenkt – Geliehen” zusammen.

Der Anlass zur Kunst-Ausstellung: Von jedem dieser Protagonisten ist dem Museum in den vergangenen Jahren ein Konvolut von Werken geschenkt worden.

Diese Werke werden der Öffentlichkeit, noch bis zum bis 29. April 2012, in jeweils einer eigenen Präsentation vorgestellt. Ergänzt werden die Räume durch Leihgaben aus Privatbesitz. Eröffnet wurde die Ausstellung bereits am Donnerstag, den 23. Februar, im Rahmen der plastikBAR und in Anwesenheit von Reiner Ruthenbeck und Hans-Peter Feldmann.

Hans-Peter Feldmann: Büste David

Hans-Peter Feldmann: Büste David, undatiert, Gips bemalt,
© VG Bild-Kunst Bonn, 2012, Foto: LehmbruckMuseum

Feldmanns Arbeiten wie der überdimensionale David, der vor dem LehmbruckMuseum im Kant-Park steht, und weitere bunt gefasste Antikenkopien werden in der Präsentation ergänzt durch seine seltenen Künstlerbücher, die der in Düsseldorf geborene Künstler in den 1970er Jahren angefertigt hat. Sie machen eine Karriere nachvollziehbar, die nach einer Schaffenspause in den 1980er und 1990er Jahren erst in den vergangenen 15 Jahren zum internationalen Durchbruch geführt hat. So erhielt Feldmann seit 2001 Einzelausstellungen unter anderem im Museum am Ostwall in Dortmund, der Pinakothek der Moderne in München oder dem Guggenheim Museum in New York.

Im Zentrum der Präsentation von Otto Piene stehen seine “Fleurs du Mal”, die “Blumen des Bösen”. Diese sich aufplusternden und wieder in sich zusammenfallenden skulpturalen Arbeiten des in Laasphe geborenen ZERO-Künstlers ergänzen seine jüngsten Arbeiten – Keramiken und Reliefs -, halbastrakte Werke, die an Pienes Œuvre der 1950er und 1960er Jahre erinnern.

Otto Piene: Ausstellungsansicht

Otto Piene: Ausstellungsansicht
© VG Bild-Kunst Bonn, 2012, Foto: LehmbruckMuseum

Karl Otto Götz’ Präsentation konzentriert sich neben der Informel-Malerei des in Aachen geborenen Künstlers auf sein Spätwerk. Ab 2004 nahezu erblindet, arbeitet Götz seit dieser Zeit vermehrt mit Reliefs aus Ton, deren Strukturen er mit Händen und Füßen in das feuchte Material gräbt.

Karl Otto Götz: Ragar III

Karl Otto Götz: Ragar III, 2000 Keramik, und Fussmühle, 2000 Relief in Ton, glasiert
LehmbruckMuseum Duisburg, © VG Bild-Kunst Bonn, 2012, Foto: LehmbruckMuseum

Und auch die Keramikwürfel, in denen sich rundum Abdrücke von Körperteilen finden, sind nicht nur künstlerischer Ausdruck, sondern auch ein Weg des Malers, mit dem schwächer werdenden Augenlicht umzugehen.

Reiner Ruthenbeck schließlich, der von Oktober 2008 bis Januar 2009 eine große Retrospektive im LehmbruckMuseum bekam, ist der vierte Künstler, dessen Werke in dieser Präsentation gezeigt werden. Seine Schenkungen früher Arbeiten, die hier erstmals zu sehen sind, ergänzen Werke, die der Arte Povera zuzuschreiben sind wie etwa einer seiner Aschehaufen aus den 1960er Jahren.

Reiner Ruthenbeck, Ausstellungsansicht

Reiner Ruthenbeck, Ausstellungsansicht
© VG Bild-Kunst Bonn, 2012, Foto: LehmbruckMuseum

Der von Kurator Michael Krajewski und dem Künstler gemeinsam gestaltete Raum verdeutlicht so die ganze künstlerische Bandbreite des in Velbert geborenen Künstlers.

Quelle: duisburg.de