Plakate prägen den uns umgebenden Stadtraum. Das Plakat hat sich im Verlauf seiner über 100jährigen Geschichte als feste Größe in der visuellen Kultur der Moderne etabliert und behauptet bis heute seinen Platz im öffentlichen Erscheinungsbild unserer Städte. Doch nicht nur im Alltagsgeschehen ist das Plakat verankert, es ist ebenso attraktives Objekt der Begierde für private Sammler und facettenreicher Sammlungsgegenstand in Museen.

The Sox. Gestalter: Barbara Stehle / 100 Beste Plakate e.V.

The Sox. Gestalter: Barbara Stehle / 100 Beste Plakate e.V.

Die Neue Sammlung – The International Design Museum Munich – bewahrt einen viele Tausende umfassenden Bestand beispielhaft gestalteter Plakate aus aller Welt. Im Rahmen der Kooperation mit dem Neuen Museum in Nürnberg hat Die Neue Sammlung dort in Sonderausstellungen immer wieder Einblick in dieses vielfältige Thema gegeben, sei es mit Filmplakaten von Hans Hillmann oder fotografischen Reiseplakaten des Schweizers Georg Gerster, sei es mit Künstlerplakaten aus der DDR oder Werken des japanischen Graphic Designers Shin Matsunaga u.a…

rhiz – play date 2011. Serie von drei Plakaten. Gestalter: 3007: Eva Dranaz, Jochen Fill / 100 Beste Plakate e.V.

rhiz – play date 2011. Serie von drei Plakaten. Gestalter: 3007: Eva Dranaz, Jochen Fill / 100 Beste Plakate e.V.

2011 konnte die Ausstellung der 100 besten Plakate aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erstmals ins Neue Museum in Nürnberg geholt werden. Nun findet sie zum zweiten Mal dort statt. Die Schau basiert auf einem Wettbewerb, den der Verein 100 Beste Plakate e.V. jährlich veranstaltet und der seit zehn Jahren länderübergreifend angelegt ist. Gestalter, Auftraggeber und Druckereien waren auch in diesem Jahr wieder aufgerufen, Plakate des vorigen Jahres einzureichen. Die Auswahl der 100 Siegermotive gliedert sich in drei Kategorien: auftragsgebundene Arbeiten, Eigenaufträge bzw. freie künstlerische Plakate und projektbetreute Plakate von Studierenden. Somit repräsentiert der Wettbewerb eine breite stilistische Palette des Plakatdesigns im deutschsprachigen Raum und zeigt die Arbeiten von professionellen Gestaltern und Studierenden gleichberechtigt nebeneinander.

Doch nicht nur die Auswahl der Jury wird mit Spannung erwartet, sondern auch die stets neu konzipierte Gestaltung der Wanderausstellung: Wie präsentiere ich 100 Plakate? Für den aktuellen Wettbewerb 2011, dessen Siegerarbeiten im Sommer 2012 ihre Premiere in Berlin haben, entstehen Corporate Design und Ausstellungsgestaltung im Rahmen eines interdisziplinären Studienprojekts an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart unter Leitung von Prof. Niklaus Troxler, Prof. Uwe Fischer und Manuel Meßmer. Beteiligte Studierende Marina Gärtner und Lena Haase (Kommunikationsdesign); Isabel Thoma, Marita Schwenkedel und Laura Hillebrandt (Industrial Design).

Hintergrund
Im Jahr 1966 wurden in der DDR erstmals herausragende Plakate ausgezeichnet und ausgestellt, 1980 dann erhielt der Wettbewerb den Titel 100 Beste Plakate des Jahres. Dank der Bemühungen des Verbands der Grafik-Designer e.V., um die Weiterführung konnte der Wettbewerb auch nach 1989 erhalten und weiter ausgebaut werden. Im September 2001 erfolgte in Berlin die Gründung des Vereins 100 Beste Plakate e.V. um die Fortführung des traditionsreichen Wettbewerbs zu gewährleisten und ihn auf die drei deutschsprachigen Länder Deutschland, Österreich und Schweiz auszuweiten. Die Wettbewerbsergebnisse werden jedes Jahr in einer Wanderausstellung mit verschiedenen Stationen in Berlin, Nürnberg, Dornbirn, Luzern, Wien und Essen gezeigt. Seit dem Jahr 2004 werden alle Plakate im Deutschen Plakat Museum im Museum Folkwang und im MAK – Museum für angewandte Kunst Wien archiviert.

Quelle: www.die-neue-sammlung.de

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